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Anonymer Goldkauf in Gefahr - Identifizierungspflicht schon ab 2.000 Euro

Anonymer Goldkauf ab 2020 nur noch bis 2.000 EUR möglich?

Bereits in den vergangenen Jahren hat Umsetzung der EU-Geldwäsche Richtlinien gleich mehrfach für Kritik von Wirtschaftsexperten, Edelmetallhändlern und Investoren gesorgt. Immerhin wurden anonyme Barzahlungen und der anonyme Erwerb von Edelmetallen vor dem Hintergrund der Geldwäsche- und Terrorprävention bereits deutlich eingeschränkt. 

Während Anleger bis Anfang 2017 noch völlig anonym Edelmetalle im Wert von bis zu 14.999 Euro im Rahmen eines Tafelgeschäfts kaufen konnten, sank die Grenze ab dem 26. Juli 2017 auf maximal 9.999 Euro. Geht es nach einem Referentenentwurf des von Olaf Scholz (SPD) geführten Bundesfinanzministeriums, kommt es ab 2020 noch schlimmer. Tritt der Entwurf zur Umsetzung der fünften EU-Geldwäscherichtlinie (GwG) in dieser Form in Kraft, sind anonyme Goldkäufe über 2.000 Euro ab dem 10. Januar verboten. Das wäre binnen kürzester Zeit die zweite drastische Verschärfung.

Welche Auswirkungen hat die Gesetzesänderung für Anleger?

Die Folgen, die sich für Anleger ergeben, liegen klar auf der Hand. In Zukunft ist ein anonymer Goldkauf nur noch bis zur Grenze von maximal 2.000 Euro möglich. Wer mehr Gold oder Silber erwerben möchte, muss sich beim Kauf mit seinem Reisepass oder Personalausweis identifizieren. Das wiederum schränkt die Möglichkeiten bei der Geldanlage in Edelmetalle deutlich ein, denn eine der großen Stärken von physischem Gold ist nun einmal, dass es in der Regel nirgendwo registriert ist und damit niemand von dieser Geldanlage weiß. 

Jedenfalls, sofern ein anonymer Goldkauf per Tafelgeschäft erfolgt ist. In der Praxis bedeutet das für Edelmetallanleger, dass sie zwar kleinere Mengen an Goldmünzen und Goldbarren noch anonym erwerben können - bereits beim Kauf eines 50 Gramm Barrens ist es mit der Anonymität aber schon wieder vorbei. Damit bleiben Anlegern nur drei Optionen: Erstens, die Anonymität aufgeben. Zweitens, ähnlich wie beim Kauf von mehr als einer Packung Schmerztabletten in Apotheken gleich mehrere Edelmetallhändler abklappern, um eine größere Summe zu investieren. Oder für ein Tafelgeschäft gleich ins benachbarte Ausland ausweichen.

Anonymer Goldkauf funktioniert auch im Ausland nur an wenigen Orten

Da es sich bei der EU-Geldwäscherichtlinie eben um EU-Recht handelt, das von allen Mitgliedsstaaten in nationales Recht gegossen werden muss, sieht es beim anonymen Goldkauf im benachbarten Ausland ziemlich mau aus. Es klingt zynisch, aber eigentlich sind deutsche Anleger im Vergleich zu unseren Nachbarn bisher sogar noch sehr gut dran. 

Immerhin herrschen in Italien (3.000 Euro) und Spanien (2.500 Euro) bereits seit einiger Zeit Obergrenzen. Und diese gelten nicht nur für den anonymen Erwerb von Edelmetallen, sondern allgemein für anonyme Barzahlungen. Noch strikter ist die Regelung in Frankreich. Hier herrscht bereits ab 1.000 Euro eine Identifizierungspflicht für den Käufer. 

Der einzige Hort der Freiheit findet sich derzeit außerhalb der EU in der Schweiz. Bei den Eidgenossen ist anonymer Goldkauf nach wie vor bis zu einer Summe von 25.000 Schweizer Franken (ca. 22.500 Euro) möglich. Die großen Profiteure des GwG könnten also Schweizer Edelmetallhändler und Verwahrstellen bzw. Zollfreilager sein.

Verschärfung trifft nicht nur Anleger

Mit der Verschärfung im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung wachsen die Probleme und Aufgaben von Edelmetallhändlern. Zum einen ist mit einer deutlichen Abnahme von anonymen Tafelgeschäften zu rechnen. Immerhin ist es für Anleger, die größere Summen investieren möchten, unattraktiv, für einen Betrag von 25.000 Euro gleich 13(!) Händler anstatt bisher nur 2 abklappern zu müssen. 

Das könnte gerade bei kleineren Edelmetallhändlern zu Umsatzeinbrüchen führen und sich sogar existenzgefährdend auswirken. Auf der anderen Seite steigt auch für die Händler der Aufwand. So sind Händler ab 2020 dann bereits ab einem Warenwert von 2.000 Euro in der Pflicht, die Personalien des Käufers aufzunehmen und eine Risikoanalyse durchzuführen. 

Was müssen Edelmetallhändler künftig überprüfen?

 

Das Zauberwort heißt "Know Your Customer" (KYC). Durch die Feststellung der Identität des Käufers soll der Weg des Geldes im Verdacht von Geldwäsche oder Terrorfinanzierung verfolgt werden können. Zudem ist der Händler im Rahmen der "verschärften Sorgfaltspflichten" dazu verpflichtet, einen Käufer den Behörden zu melden, sofern dieser dem Händler verdächtig vorkommt. 

Tut der Händler dies nicht, drohen drastische Strafen. Handelt es sich bei einem Goldkäufer um ein Unternehmen, wird die ganze Angelegenheit noch komplexer. Hier muss der Verkäufer klären, welche "wirtschaftlich Berechtigten" über 25 Prozent Anteil an dem betreffenden Unternehmen haben. Anhaltspunkte sind etwa mögliche Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund, politisch exponierte Personen oder Geschäftsbeziehungen mit sogenannten "Risikoländern". 

Bereits jetzt gelten für Edelmetallhändler bei vorliegenden Geschäftsbeziehungen zu Drittländern, deren System zur Bekämpfung von Terrorfinanzierung und Geldwäsche Schwächen aufweist nach § 15 Abs. 3 Nr. 1 lit. b) GWG besondere Sorgfaltspflichten. Mit der 5. Geldwäscherichtlinie wird diese Regelung erneut verschärft. Folgende Informationen müssen Händler damit in Zukunft mindestens darlegen:

  • Informationen über den wirtschaftlichen Eigentümer
  • Art der Geschäftsbeziehung zu den Risikoländern
  • Herkunft des Geldes für den Kauf der Edelmetalle
  • Klärung der Herkunft des Vermögens des Kunden
  • Gründe für die geplante Transaktion



Darüber hinaus sollen die zentralen Meldestellen in Zukunft dazu befugt sein, entsprechende Informationen von Edelmetallhändlern auch ohne die bis dato notwendige Verdachtsanzeige anzufordern. Ferner möchte man zur Vereinfachung des Informationsflusses auch Register anlegen, in denen die Identität von Eigentümern und Bevollmächtigten von Bankschließfächern gespeichert sind.

Darum soll anonymer Goldkauf weiter eingeschränkt werden

Offiziell wird die erneute Verschärfung des GwG wie bereits zuvor mit der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung begründet. Das ist durchaus ein edles Motiv, denn Gold eignet sich ebenso wie Immobilien, Kunst und Kryptowährungen hervorragend für einen solchen Zweck. Dementsprechend steht anonymer Goldkauf bei einem genauen Blick auf den Referentenentwurf vom 20.5.2019 auch gar nicht so sehr im Fokus. Das Wort Edelmetall taucht im Rahmen des 100 Seiten starken Dokuments nämlich nur rund ein Dutzend Mal auf. 

Wesentlich größer ist der Anteil der Regelungen, die den Immobilienmarkt, den Kunstmarkt, die Glücksspielbranche und vor allem den Markt für Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum betreffen. Von offizieller Seite begründet man die Herabsetzung der Anonymitätsgrenze beim Edelmetallkauf im entsprechenden Entwurf damit, dass sich der Bargeldverkehr überwiegend im Bereich knapp unterhalb des zulässigen Limits abspiele. 

Zitat: "[...] Die Erkenntnisse der nationalen Risikoanalyse haben ergeben, dass insbesondere im Bereich des Goldhandels ein starker Bargeldverkehr knapp unterhalb der gegenwärtigen Schwelle für Identifizierungspflichten von 10 000 Euro stattfindet und offensiv damit geworben wird, wie viel Edelmetall identifizierungsfrei eingekauft werden kann. Die im Gesetzentwurf avisierte Schwelle von 2000 Euro zielt darauf ab, diesen Umgehungshandel [...] signifikant zu beschränken [...]" (vgl. S.53)

Anonymer Goldkauf ade - Sinnvolle Maßnahme oder der Weg zur absoluten Kontrolle?


Das vorgebrachte Argument, dass ein Großteil des Bargeldverkehrs im Rahmen von Tafelgeschäften nahe des Limits stattfände, hat mit dem Hinweis auf den "Umgehungshandel" wenig Substanz. Es ist bei einem Anlagegut mit hoher Wertdichte nur logisch, dass Käufer die Maximalgrenze weitestgehend ausschöpfen, um nicht (wie bereits am Beispiel des Kaufs von Schmerzmitteln erläutert) mehrere Händler abklappern zu müssen. 

Das ist schlicht das Verhalten eines rational denkenden Menschen und bis auf wenige Ausnahmen kein Indiz für Kriminalität bzw. einen entsprechenden Umgehungshandel. Wenn der Aktienhandel pro Order auf 10.000 Euro beschränkt wäre, würden Anleger schließlich auch nicht fünf Transaktionen zu je 2.000 Euro aufgeben, sondern lediglich eine große. So verwundert es wenig, dass Kritiker darauf hinweisen, dass die Gesetzesänderung ein weiterer Schritt in Richtung eines vollständig bargeldfreien Finanzsystems sei. 

Damit sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis anonymer Goldkauf und der Erwerb anderer hochwertiger Güter gar nicht mehr möglich sind. Mit der vollkommenen Kontrolle über Zahlungsströme durch Aufzeichnungen ließe sich seitens der Zentralbanken jedwede Geldpolitik von Negativzinsen bis Vermögensschnitt durchsetzen. Kein Wunder, dass einige Kritiker sogar soweit gehen und vom Weg zur kalten Enteignung unter dem Deckmantel der "Sicherheit" sprechen. Ein fader Beigeschmack bleibt also sowohl für Anleger als auch für Händler.

Drohen uns Enteignungen und ein Goldverbot?

Vor dem Hintergrund einer solchen Entwicklung wächst die Angst vor einem Goldverbot und der Enteignung von Vermögenswerten. Anonymer Goldkauf ist für viele Anleger eine Versicherung für Zeiten, in denen wirklich alles den Bach heruntergeht. Zeiten, in denen sie gegenüber dem Staat und anderen Bürgern durch die Anonymität des Goldes einen Vorteil haben. 

Während ungedeckte Währungen inflationiert, Giralgelder mit automatischen Strafzinsen belegt und Grundbucheinträge par ordre du mufti mit einer Zwangshypothek versehen werden können (Stichwort: Lastenausgleichsgesetz nach dem Zweiten Weltkrieg), ist physisches Gold bisher weitgehend anonym. Mit einer umfassenden Registrierung würde sich dieser Vorteil in Luft auflösen und Enteignungen massiv erleichtern. Auch ein Goldverbot wäre theoretisch denkbar, zumal es in der Geschichte bereits etliche Beispiele gab.

Historische Goldverbote

In Krisenzeiten und Zeiten knapper Staatskassen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Goldverboten. Auf diese Weise konnten Herrscher unter drastischer Strafandrohung auf die harten Vermögensreserven der Bevölkerung zugreifen. Bezeichnend ist die Tatsache, dass Goldverbote immer dann in Kraft traten, wenn ungedeckte Währungen im Spiel waren. Und das war nicht erst im 20. Jahrhundert so:


  • Im antiken Sparta war der Goldbesitz für die Bevölkerung über viele Jahrhunderte hinweg bei Androhung der Todesstrafe verboten.
  • Im Jahr 49 v.Chr. verbot Julius Cäsar den privaten Besitz von mehr als 15.000 Denaren in Gold und Silber, um eine Kredit- und Schuldenkrise zu lösen. Das Vorhaben scheiterte aber an der mangelnden Kontrollierbarkeit durch die Anonymität des Goldbesitzes.
  • Im Mongolischen Reich ordnete Kublai Khan 1273 die Herausgabe allen Goldes und Silbers seiner Untertanen an, um die damals im Umlauf befindliche Papiergeldwährung zu stützen.
  • Während der Französischen Revolution wollte die Revolutionsregierung eine FIAT-Währung durchsetzen und schränkte dazu den privaten Goldbesitz massiv ein. Auch dieses Vorhaben scheiterte trotz Androhung der Guillotine.
  • In der Weimarer Republik sorgte die Hyperinflation dafür, dass der damalige Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD), den privaten Goldbesitz massiv einschränkte. Ab einem Betrag von 10 Reichsmark in Gold bestand ab 1923 eine Herausgabepflicht an den Staat.
  • Die Nationalsozialisten bauten das Goldverbot unter Androhung der Todesstrafe noch weiter aus, um ihre Kriegspläne zu finanzieren und das deutsche Volk mit vorgeblichen Wohltaten zu blenden.

 

Aber auch in damals bereits deutlich demokratischeren Staaten wie Frankreich (1936-1937), Großbritannien (1966-1971) und sogar den USA (1933-1974) herrschten insbesondere aufgrund wirtschaftlicher Schieflagen immer wieder Goldverbote. Dass es auch in Deutschland irgendwann wieder zu einem Goldverbot oder einer zumindest teilweisen Enteignung von Gold im Krisenfall kommen kann, ist durchaus denkbar. 

Und da anonymer Goldkauf künftig in größeren Mengen wohl nicht mehr möglich sein wird, steigen auch die Chancen für den potenziellen Erfolg einer solchen Maßnahme. Immerhin sind die meisten Goldverbote der Geschichte schlicht an der mangelnden Kontrollierbarkeit gescheitert. 

Kein anonymer Goldkauf mehr - Wie wahrscheinlich ist eine Enteignung?

 

Bis es in einem Staat, der das Recht auf Privateigentum in seiner Verfassung verankert hat, zu Enteignungen kommt, muss eine Krise jedoch massivste Ausmaße annehmen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit für eine Enteignung von Gold bzw. ein Goldverbot vergleichsweise gering. Hintergrund ist schlicht die Tatsache, dass Gold im Vergleich zu anderen Anlageklassen längst nicht mehr die Bedeutung früherer Zeiten hat. 

Immerhin liegt der deutsche "Goldschatz" inklusive der Bundesreserven (ca. 45 %) bei "nur" 458 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Allein das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte liegt bei über 6 Billionen Euro. Hinzu kommen rund 7,7 Billionen Euro Immobilienvermögen sowie weitere Vermögenswerte. 

Bevor es also zu einem Goldverbot und einer Herausgabepflicht kommt, sind zunächst Einschnitte an anderer Stelle für den Staat attraktiver. Und das sowohl aus Sicht der Einnahmen als auch im Hinblick auf den notwenigen Verwaltungsaufwand. Eine 10-prozentige Hypothek digital in einem Grundbuch auf ein 500.000 Euro teures Haus einzutragen ist schließlich viel leichter, als eine Hand voll Krügerrandmünzen einzuziehen. 

Noch bis 2020 die aktuellen Vorteile nutzen

Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte noch bis zum 10.1.2020 die Gelegenheit für den anonymen Goldkauf bis 10.000 Euro pro Tafelgeschäft nutzen. Alternativ bietet sich auch eine Investition in Silber, Platin oder Palladium an. Da diese Metalle vornehmlich den Charakter von Industriemetallen haben, sind Verbot und Enteignung hier noch wesentlich unwahrscheinlicher als bei Gold. Anonymer Goldkauf und ein gut diversifiziertes Portfolio sind also die beste Lösung gegen die drohenden Folgen des verschärften GwG.

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